Ein Interview mit Jakob große Beilage
Interviewer: Jakob, erklär doch mal: Wie lief die Saison dieses Jahr für dich?
Jakob: Das war eine ganz besondere Saison. Ich hatte von Anfang an das Ziel, mich für die WM beziehungsweise für die Nationalmannschaft zu qualifizieren. Im Winter habe ich mich auf dem Ergo sehr gut weiterentwickelt. Ich habe viel gearbeitet und war wenig krank. Das hat sich dann im Sommer auch ausgezahlt.
Im Februar habe ich angefangen, mit meinem jetzigen Zweierpartner Jan aus Emden Zweier zu fahren. Dann ging es auch schon in die ersten Regatten im Kleinboot. Am Ende haben wir bei der Deutschen Meisterschaft im Vierer Silber geholt. Aufgrund meiner Leistungen wurde ich dann in die Nationalmannschaft nominiert. Bei der UWV (unmittelbare Wettkapfvorbereitung) habe ich es schließlich geschafft, mich für den Achter bei der WM zu qualifizieren.
Interviewer: Nach welchen Kriterien wird man in die Nationalmannschaft berufen? Kannst du das kurz erklären? Manche wissen das vielleicht nicht.
Jakob: In die Nationalmannschaft wird man anhand der Saisonleistung berufen, wobei vor allem die Leistung im Zweier zählt. Hamburg ist dabei eigentlich der wichtigste Wettkampf. Wenn es dann darum geht, wer zur WM fährt, muss man sich in Berlin noch einmal beweisen, unter anderem im Boot, im Messboot und auf dem Ergo über 2.000 Meter. Außerdem spielen noch ein paar andere Faktoren eine Rolle.
Interviewer: Was würdest du sagen, war am Ende der Grund dafür, dass du dich qualifiziert hast? Kam das überraschend für dich oder war das vorhersehbar?
Jakob: In die Nationalmannschaft zu kommen, war für mich nicht unbedingt überraschend. Das war von Anfang an mein Ziel. Damit, dann tatsächlich zur WM zu fahren und dort im Achter zu sitzen, hatte ich allerdings nicht unbedingt gerechnet.
Ich glaube, es lag vor allem daran, dass ich mich bei der OWV in Berlin gut präsentiert habe und dort meine Leistung gut abrufen konnte. Am Ende hat es dann für den Achter gereicht.
Interviewer: Die WM war in Plovdiv. Ihr seid dort zunächst im Vorlauf gefahren. Wie hat sich das für dich angefühlt?
Jakob: Es war erst einmal ein tolles Gefühl, den Adler auf der Brust zu tragen und für Deutschland starten zu können. Das war etwas ganz Besonderes und eine tolle Erfahrung. Gegen so viele andere Nationen fahren und an so einem großen Wettkampf teilnehmen zu können, war wirklich beeindruckend.
Interviewer: Ihr habt euren Vorlauf gewonnen, während im anderen Vorlauf Großbritannien gewonnen hat. Im Finale lagt ihr dann direkt neben den Briten. Kannst du erklären, wie das Rennen gelaufen ist?
Jakob: Wir sind zunächst sehr schnell rausgefahren und lagen bis ungefähr 1.000 Meter mit Großbritannien gleichauf. Danach sind die Briten etwas vorbeigezogen. Gleichzeitig kamen die USA immer näher an uns heran. Auf den letzten 200 Metern sind die Amerikaner dann leider noch an uns vorbeigezogen, sodass wir am Ende Bronze geholt haben.
Interviewer: Wobei man natürlich sagen muss: Bronze gewonnen! Das ist auf jeden Fall eine tolle Leistung. Wie geht es jetzt für dich weiter? Was steht als Nächstes an? Hast du erst einmal genug vom Rudern oder möchtest du im U23-Bereich weitermachen?
Jakob: Ich möchte auf jeden Fall im U23-Bereich weitermachen. Erst einmal brauche ich allerdings ein bisschen Pause von der anstrengenden Zeit in Berlin und Plovdiv. Perspektivisch möchte ich aber definitiv weitermachen und vielleicht auch noch einmal bei einer U23-WM starten.
Interviewer: Alles klar, vielen Dank!
Interviewer: Alexander Oberpenning
Bild: Alexander Oberpenning

