Ruderwanderfahrt auf der Weser – vier Tage voller Teamgeist und Abenteuer

Für 74 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Begleitpersonen begann Ende Juni eines der Highlights des Ruderjahres: unsere viertägige Wanderfahrt auf der Weser. Schon der Start sorgte für Aufregung. Einer der beiden Busse war auf der Anfahrt zum ZOB in Osnabrück in einen Unfall verwickelt und fiel aus. Während ein Teil der Gruppe bereits nach Würgassen vorausfuhr, warteten die übrigen auf einen Ersatzbus. Mit rund 90 Minuten Verspätung waren schließlich alle am Startpunkt – und dann hieß es: anpacken!

Boote abladen, Ausleger montieren, Rollsitze und Steuer einsetzen, Gepäck verstauen – viele Hände sorgten dafür, dass wir trotz der Verzögerung bald startklar waren. Bei hochsommerlichen Temperaturen ging es endlich aufs Wasser. Nach rund 34 Kilometern erreichten wir Holzminden. Müde, aber zufrieden wurden die Boote aus dem Wasser geholt und gesäubert, bevor Kuchen, Melone, Gurken und weitere Snacks unserer Küchencrew neue Energie lieferten.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh, denn mit gut 51 Kilometern wartete die längste Etappe bis Hameln. Die kühleren Morgenstunden halfen beim Kilometerfressen, bevor die Sonne wieder kräftig einheizte. In Bodenwerder gab es eine willkommene Pause mit belegten Brötchen, Obst, Gemüse und Kuchen. Wer noch genügend Kraft hatte, machte sich anschließend auf die letzten 20 Kilometer. Am Abend waren alle froh, das Tagesziel erreicht zu haben.

Nach dem Abendessen folgte ein besonderes Highlight: Pünktlich zum WM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Ecuador bauten Herr Meinecke und Herr Oberpenning Beamer und Leinwand auf. Beim gemeinsamen Public Viewing der Fußball-WM wurde mitgefiebert, kommentiert und vom Spielfeldrand aus so mancher taktische Ratschlag gegeben. Auch die 1:2-Niederlage konnte die gute Stimmung kaum trüben. Viele machten es sich anschließend direkt unter freiem Himmel in ihren Schlafsäcken gemütlich.

Die dritte Etappe nach Rinteln begann mit einem echten Wanderfahrtsabenteuer: der einzigen Schleusung der Fahrt. Alle zwölf Ruderboote fuhren nacheinander in die Schleusenkammer und wurden mit Enterhaken gesichert. Einige Jüngere erfuhren dabei von den Älteren, dass ein „Schleusenhelm“ angeblich unverzichtbar sei – zum Glück nur ein traditioneller Scherz. Nach rund 34 Kilometern lockte in Rinteln der Doktorsee zur verdienten Abkühlung. Eine kleine Olympia mit Badeschlappen-Weitwurf, Musikraten, Schubkarrenrennen, Limbo und weiteren Disziplinen sorgte am Abend für viel Spaß.

Mit Teelke, Lena, Anna, Charlotte und Benedikt waren auch unsere frisch gebackenen Abiturientinnen und Abiturienten noch einmal dabei. Trotz bevorstehender Entlassfeier ließen sie sich die Wanderfahrt nicht nehmen. Für ihr langjähriges Engagement in der Ruderriege sagen wir herzlich Danke und wünschen ihnen für ihren weiteren Weg alles Gute!

Auf der letzten Etappe Richtung Minden wartete schließlich die traditionelle Porta-Taufe. In Sichtweite der Porta Westfalica wurden die Wanderfahrtsneulinge mit Weserwasser und kreativen Spitznamen in die Gemeinschaft aufgenommen. Wegen der extremen Hitze mussten zwei Boote einige Kilometer vor dem Ziel aus dem Wasser genommen werden – hier galt selbstverständlich: Sicherheit geht vor.

Am Bessel-Ruder-Club Minden wurden die Boote in Rekordzeit abgeriggert und verladen, denn bei deutlich über 30 Grad freuten sich alle auf den klimatisierten Bus. Gegen 18 Uhr waren wir zurück in Osnabrück-Eversburg. Nach dem Reinigen der Boote endete die Wanderfahrt gegen 20 Uhr. Hinter uns lagen viele Kilometer, tropische Nächte, eine Schleusung, die Porta-Taufe und vor allem jede Menge gemeinsamer Erlebnisse. Ein großer Dank gilt unserer Küchencrew, allen Lehrkräften und Begleitpersonen, den Obleuten und den vielen fleißigen Helferinnen und Helfern. Diese vier Tage haben einmal mehr gezeigt, was Wanderrudern ausmacht: Gemeinschaft, Verantwortung, gegenseitige Unterstützung – und jede Menge Abenteuer auf und neben dem Wasser.

Text: Marcus Funke
Bilder: Ruderriege

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